Wie lassen sich kirchliche Immobilien zukunftsfähig entwickeln? Welche Rolle spielen dabei Werte, professionelles Risikomanagement und der richtige Versicherungsschutz? Und was macht eine Partnerschaft aus, die über viele Jahre gewachsen ist?
In unserem Interview spricht Jannika Lange, Geschäftsführerin des eid Evangelischer Immobilienverband Deutschland, über die aktuellen Herausforderungen der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft und über einen Transformationsprozess, der weit über einzelne Gebäude hinaus-geht. Dabei geht es um bezahlbaren Wohnraum und neue Nutzungskonzepte ebenso wie um Elementarschutz, Prävention und die Frage, wie sich soziale Verantwortung, ökologische Aspekte und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander verbinden lassen.
Auch die langjährige Kompetenzpartnerschaft zwischen dem eid und der BEST GRUPPE ist Thema. Jannika Lange beschreibt, warum spezialisierte Versicherungsexpertise für die Mitglie-der des Verbandes wichtig ist, wie sich der Blick auf Risiken verändert hat und wo sie Potenzial für eine noch intensivere Zusammenarbeit sieht. Und sie verrät, was eine Schweinshaxe im Restaurant „Zur letzten Instanz“ mit der Verbindung zwischen eid und BEST GRUPPE zu tun hat.
Ein Gespräch über Immobilien, Verantwortung, Veränderung und den Wert guter Partnerschaften.
Frau Lange, welche Entwicklungen haben den eid und seine Mitglieder in den vergangenen zwölf Monaten besonders beschäftigt?
In den zurückliegenden Monaten hat uns besonders die Frage beschäftigt, wie wir den eid und unsere Arbeit gemeinsam für die Zukunft ausrichten. Dafür haben wir einen Strategieprozess angestoßen, in dem wir uns intensiv mit der Vision und Mission unserer Mitglieder und des eid auseinandergesetzt haben.
Unsere Mitglieder sind sehr unterschiedlich aufgestellt und setzen jeweils eigene Schwerpunkte. Was sie verbindet, ist der Anspruch, Immobilien verantwortungsvoll zu entwickeln und zu bewirtschaften und dabei den sozialen Auftrag der evangelischen Wohnungswirtschaft im Blick zu behalten. Im Strategieprozess haben wir herausgearbeitet, was diese gemeinsame Grundlage für die Zukunft bedeutet – und wie der eid seine Mitglieder dabei noch gezielter unterstützen und ihre Anliegen sichtbarer machen kann.
Die dringend notwendigen Transformationsprozesse rund um kirchliche Immobilien und die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen geben diesen Fragen zusätzliche Dringlichkeit. Die evangelischen Wohnungsunternehmen sind hierbei ein wichtiger Baustein.
Inwiefern?
Unsere evangelischen Wohnungsunternehmen können bei der Transformation kirchlicher Immobilien eine wichtige Rolle spielen, weil sie immobilienwirtschaftliche Kompetenz mit einem sozialen Auftrag verbinden. Sie bringen Erfahrung in der Entwicklung, Finanzierung und Bewirtschaftung von Immobilien ein und können Kirchengemeinden dabei unterstützen, Potenziale zu erkennen und tragfähige Nutzungskonzepte zu entwickeln. Sie sind die Profis auf diesem Gebiet. Wir möchten Partner für diejenigen sein, die sich aktuell auf dem Weg hin zu einem professionellen Immobilienmanagement befinden.
Der eid steht für einen werteorientierten Umgang mit Immobilien. Was bedeutet das im Jahr 2026 ganz konkret?
Werteorientierung zeigt sich vor allem darin, dass wir bei Immobilien nicht allein auf ihren wirtschaftlichen Ertrag oder ihre Nutzung schauen. Wir fragen auch: Was brauchen die Menschen vor Ort? Wie kann ein Gebäude oder Grundstück der Gemeinschaft in einem Quartier dienen? Und wie lassen sich ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander verbinden?
Konkret heißt das zum Beispiel, kirchliche Gebäude und Grundstücke sorgfältig auf neue Nutzungen zu prüfen – etwa für bezahlbaren Wohnraum, soziale Angebote oder gemischte Quartiere. Solche Vorhaben gelingen, wenn Kirchengemeinden ihre Ziele früh klären und passende Partner einbeziehen und vor allem den Mut für Veränderungen mitbringen. Der eid bringt dafür wie zuvor beschrieben die Erfahrung seiner Mitglieder aus der evangelischen Wohnungswirtschaft ein. Werteorientierung bedeutet für uns also, Immobilien professionell und nachhaltig zu entwickeln und dabei den sozialen Auftrag im Blick zu behalten.
Worauf sind Sie als Geschäftsführerin des eid besonders stolz?
Besonders stolz bin ich darauf, wie viel Kompetenz und Engagement in unserem Netzwerk zusammenkommen. Dass wir in den vergangenen Wochen drei neue Mitglieder für den eid gewinnen konnten, bestätigt uns darin, dass wir mit unserer Arbeit und unserer Ausrichtung auf dem richtigen Weg sind. Stolz bin ich außerdem auf die Vielzahl unserer Partner. Unternehmen wie die BEST GRUPPE prägen den Verband mit ihrer Expertise und ihrem Engagement und das macht ein gutes Netzwerk aus. Partnerschaften sind ein wichtiger Baustein und bereichern den Austausch mit unseren Mitgliedern.
Es macht mich besonders stolz, dass die Arbeit des eid auf so großes Interesse stößt. Ich werde häufig angesprochen und zu Podien eingeladen. Inzwischen lässt mein Terminkalender längst nicht mehr zu, jede Einladung anzunehmen. Auch die Berichterstattung im manager magazin vor Kurzem hat mich sehr gefreut: Das Wirtschaftsmagazin erreicht 380.000 Leserinnen und Leser pro Ausgabe. Dass die Arbeit des eid dort sichtbar wird, ist eine schöne Anerkennung. Die Sensibilisierung für dieses Thema ist enorm wichtig, damit wir als Gesellschaft gemeinsam Wege im Umgang mit den immensen Immobilienbeständen der evangelischen Kirche finden, denn nur mit Hilfe kluger Partnerschaften, auch außerhalb der Kirche kann dieser Transformationsprozess erfolgreich gelingen.
Was zeichnet die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem eid und der BEST GRUPPE aus Ihrer Sicht aus?
Unsere langjährige Zusammenarbeit ist von Vertrauen, Verlässlichkeit und einem offenen Austausch geprägt. Die BEST GRUPPE mit ihren Verantwortlichen, wie ihrem Geschäftsführer Daniel Wingenbach, ist für den eid mehr als ein Unterstützer – sie ist ein Freund des Verbandes. Wir sind froh, mit der BEST GRUPPE einen ausgewiesenen Experten im Bereich Versicherungen an unserer Seite zu haben. Das ist ein Thema, das für unsere Mitglieder und Partner elementar ist: Immobilien müssen gegen vielfältige Risiken abgesichert werden, und die passenden Versicherungslösungen sind ein wichtiger Baustein für verantwortungsvolles und wirtschaftlich tragfähiges Handeln. Umso wertvoller ist es, wenn unsere Mitglieder im Netzwerk auf fundierte Expertise und einen kompetenten Ansprechpartner zurückgreifen können.
Wie eng und freundschaftlich unsere Verbindung ist, zeigt auch eine schöne Anekdote: Der Überlieferung nach – ich war damals noh nicht im Verband tätig – wurde die Kompetenzpartnerschaft im Restaurant ‚Zur letzten Instanz‘ bei einer Schweinshaxe besiegelt. Dieser Rahmen passt wunderbar zu unserer Zusammenarbeit: bodenständig, verbindlich und mit viel Freude am persönlichen Austausch. Unsere Zusammentreffen sind immer von viel Herzlichkeit geprägt.
Welche gemeinsamen Themen verbinden einen werteorientierten Immobilienverband und einen auf die Immobilienwirtschaft spezialisierten Versicherungsmakler?
Uns verbindet zunächst die Überzeugung, dass Immobilien langfristige Verantwortung bedeuten. Sie sind nicht nur Vermögenswerte, sondern Orte zum Wohnen, Arbeiten und für gemeinschaftliches Leben. Sie zu erhalten und verantwortungsvoll zu bewirtschaften, verlangt deshalb einen vorausschauenden Umgang mit Risiken.
Hier ergänzen sich unsere Perspektiven: Der eid bringt die Anliegen und Erfahrungen seiner Mitglieder aus der evangelischen Wohnungs- und Immobilienwirtschaft zusammen. Die BEST GRUPPE steuert ihre spezialisierte Versicherungsexpertise bei. Ein passender Versicherungsschutz hilft, Gebäude und Einrichtungen abzusichern und die Handlungsfähigkeit von Unternehmen und Organisationen zu erhalten. Gerade bei komplexen Immobilienbeständen ist es wichtig, Risiken frühzeitig zu erkennen und gute Lösungen zu finden.
Gemeinsam ist uns also der Anspruch, unsere Mitglieder und Partner dabei zu unterstützen, ihre Immobilien dauerhaft und verlässlich zu erhalten und weiterzuentwickeln. Das verbindet fachliche Kompetenz mit einem verantwortungsvollen Blick auf die Menschen und Organisationen, für die diese Immobilien da sind.
Wie hat sich der Blick Ihrer Mitglieder auf Themen wie Gebäudeversicherung, Elementarschutz und professionelles Risikomanagement sowie Prävention im Laufe der letzten Jahre verändert?
Der Blick hat sich deutlich verändert – nicht zuletzt durch den Klimawandel. Gebäudeversicherung und Elementarschutz werden heute stärker als Teil eines vorausschauenden Immobilienmanagements verstanden. Früher stand häufig die Frage im Vordergrund, ob ein Gebäude ausreichend versichert ist. Heute fragen unsere Mitglieder und Partner zunehmend auch: Welche Risiken bestehen konkret? Wie gut ist unser Bestand darauf vorbereitet? Und was können wir tun, um Schäden zu vermeiden oder ihre Folgen zu begrenzen?
Dazu trägt sicher auch die wachsende Aufmerksamkeit für Extremwetterereignisse und die oft hohen Kosten möglicher Schäden bei. Gerade kirchliche Immobilienbestände sind sehr vielfältig und umfassen Gebäude mit unterschiedlichen Nutzungen und Anforderungen. Ein passender Versicherungsschutz ist deshalb wichtig, muss aber mit Prävention und einem professionellen Risikomanagement zusammengedacht werden – etwa durch regelmäßige Bestandsprüfungen, klare Zuständigkeiten und eine gute Dokumentation.
Unsere Mitglieder beschäftigen sich heute insgesamt strategischer mit diesen Fragen und suchen frühzeitig fachlichen Rat. Dabei ist es wertvoll, mit Kompetenzpartnern wie der BEST GRUPPE einen erfahrenen Ansprechpartner im Netzwerk zu haben.
Was erwarten die Mitglieder des eid heute von einem Versicherungspartner?
Unsere Mitglieder erwarten vor allem einen Partner, der ihre Immobilien und ihre besonderen Anforderungen versteht. Kirchliche Bestände sind vielfältig: Neben Wohngebäuden gehören dazu zum Beispiel Verwaltungs-, Gemeinde- und weitere Sonderimmobilien. Dafür braucht es fachkundige Beratung und Versicherungslösungen, die zur jeweiligen Nutzung und zum konkreten Risiko passen.
Wichtig sind außerdem Verlässlichkeit, transparente Kommunikation und Unterstützung, wenn ein Schaden eintritt. Ein guter Versicherungspartner hilft auch dabei, Risiken frühzeitig einzuschätzen und Prävention mitzudenken. Die BEST GRUPPE bringt diese Expertise in unser Netzwerk ein – das ist für unsere Mitglieder ein großer Mehrwert.
Wo sehen Sie Potenzial für eine noch intensivere Zusammenarbeit zwischen eid und der BEST GRUPPE?
Ich sehe Potenzial darin, die Expertise der BEST GRUPPE noch stärker in den fachlichen Austausch mit unseren Mitgliedern einzubringen. Denkbar sind weitere gemeinsame Informationsangebote und Veranstaltungen zu Gebäudeversicherung, Elementarschutz, Prävention und professionellem Risikomanagement – nah an den konkreten Fragen aus der Praxis.
Dafür gibt es bereits eine gute Grundlage: In den vergangenen Jahren hat sich die BEST GRUPPE mit eigenen Workshops bei unseren Fachtagungen zum Mietrecht in Berchtesgaden und zum Wohnungseigentumsrecht Fischen aktiv eingebracht. Wir sind also auf einem guten Weg. Als kreative Partner werden wir sicher noch weitere gemeinsame Formate entwickeln, die den Austausch vertiefen und allen Beteiligten einen Mehrwert bieten.
Das Fachgespräch zum WEG in Fischen ist seit vielen Jahren ein wichtiger Treffpunkt der Branche. Was macht die Veranstaltung aus Ihrer Sicht so besonders?
Das Besondere am Fachgespräch in Fischen ist für mich die Verbindung aus fachlicher Tiefe und persönlichem Austausch. Dort kommen Menschen aus der Verwaltungspraxis, Wissenschaft und Rechtsprechung zusammen, um aktuelle Fragen des Wohnungseigentumsrechts zu diskutieren. Die Vorträge geben wichtige Impulse – und anschließend bleibt Zeit, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und auch konkrete Herausforderungen aus dem Berufsalltag anzusprechen.
Dazu kommt die besondere Atmosphäre in Fischen: Der Rahmen ist persönlich und angenehm, ja schon fast familiär – und das bei rund 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Der Austausch findet auf Augenhöhe statt. So entstehen nicht nur neue Erkenntnisse, sondern auch Kontakte und Beziehungen, die oft weit über die Tagung hinausreichen. Diese Mischung macht das Fachgespräch seit vielen Jahrzehnten zu einem festen Treffpunkt der Branche und zur renommiertesten Veranstaltung auf diesem Fachgebiet.
Vielen Dank für das Gespräch, Frau Lange!

